Tesa
Kleber

Anarchive: Blick in die Zukunft – Teil II

Blick in die Zukunft: Teil II

Im ersten Teil berichteten wir über die wirtschaftlichen, wie auch zwischenmenschlichen Vorzüge von Cybertechnologien für alle Pogorassen.

 

Hochmodifizierte Arbeiter – die Leistungswilligen der Zukunft

Kybernetische Implantate werden die Leistungswilligen in allen Bereichen zukünftig noch leistungsfähiger machen. Für diese Pogorasse eignen sich vor allem nützliche Einbauten, welche sie ausschließlich im Berufsleben, jedoch kaum im Privaten verwenden können. Im Vordergrund steht die Befriedigung, welche die Arbeitswilligen aus erhöhter Leistungs- und Produktionsfähigkeit ziehen und weniger der Spass an technischer Finesse oder einer Erleichterung des alltäglichen Lebens. Hydraulische Werkzeuge, wie Schraubenschlüssel, Phasenprüfer oder Schlagbohrmaschinen lassen sich bequem in die Unterarme oder Hände implantieren. Besonders extreme Leistungsfanatiker werden sich sogar die Arme zugunsten von besonders vielen oder unheimlich großen Geräten gänzlich entfernen lassen. Hydraulisch verstärkte Beingelenke oder verstärkte Wirbelsäulen garantieren ein Durchhalten von unbequemer Körperhaltung, welche durch miserable Arbeitsverhältnisse bedingt werden. Der Ausdruck „sich den Buckel krumm schuften“ wird endgültig aus dem Vokabular der Bevölkerung verschwinden. Doch auch die wenigen Menschen die ihre Leistung durch Denkprozesse erfüllen sollen nicht außen vor bleiben. Für sie wird es Gedächtniserweiterungen geben oder sogar Datenbuchsen, die eine direkte Verbindung des menschlichen Gehirns mit dem Internet ermöglichen. Künstliche Augen, hochkomplizierte Mikrotechnologie, können mit Restlichtverstärkern, wie man sie von russischen Nachtsichtgeräten kennt, ausgestattet werden. Auf diese Weise kann in Betrieben eine große Menge Strom eingespart werden, da die Nachtschicht ihre Tätigkeit auch bei fuzzeliger Beleuchtung ausführen kann.

 

Cyberpunk – Faulenzer und Asoziale

Alles was nützlich ist kann mit angepasster Modifikation auch einem Leben in Faulheit dienen. Kennt auch ihr das Problem, dass man endlich wieder Bier ergattert hat, dieses aber nur in einer Flasche bekommen konnte? Weit und breit ist natürlich kein Flaschenöffner zu finden. Ha, Miniwerkzeuge in den Fingerknöcheln schaffen Abhilfe. Eine einfache Muskelbewegung, kaum mehr als ein Gedanke, lässt diese hervorspringen. Keine Flasche, keine Dose ist vor ihnen sicher. Die asozialen Nachtschwärmer werden sich mit Vorliebe lichtverstärkende Augen implantieren lassen und die zuvor erwähnten Datenbuchsen machen Computer- und Konsolenspiele zu einem besonderen Erlebnis. Auch künstliche Endorphindrüsen (Endorphin = Glückshormon) wären denkbar, die beständig einen Strom warmen Glücks absondern. Sie verwandeln den grauen Alltag in eine berauschende Feier die niemals endet – bis das elende Ding kaputtgeht. Leberzirrose und Lungenkrebs wird der Vergangenheit angehören, indem man sich Filtersysteme und Giftstoffkonverter einsetzen lässt. Der hemmungslose Konsum von Alkohol und Rauchwaren könnte endlich wieder gedankenlos durchgeführt werden.

 

Gewalttäter und Cyberpsychos

Die Vorteile von kybernetischer Technik für die lieben Bewohner der GEP´s liegen wohl auf der Hand. Wer beliebte Actionfilme wie Terminator, Predator oder Robocop gesehen hat, weiß wovon wir reden. Von Mordwerkzeugen, die aus den Armen und Beinen schnellen – sowohl Schuss-/ als auch Klingenwaffen. Und von Körperpanzerungen, die als Stahlgeflecht unter die Haut gesetzt oder wie ein Exoskelett getragen, vor Beschädigung der empfindlichen wetware, sprich des natürlichen Fleisches schützen. Wir sprechen von Infrarotsensoren, welche jedes Opfer, jeden Gegner sofort ausfindig machen können. Die Cyberpsychos werden mit der modernen Technologie voll auf ihre Kosten kommen und ihr vergnügtes und zufriedenes Leben noch blutiger gestalten können. Der Kreativität der wandelnden Kampfmaschinen, was sie sich denn nun als nächstes einbauen lassen, wird nur eine Grenze durch die Belastungsfähigkeit des menschlichen Körpers gesetzt. Es muss noch untersucht werden, ob zu viel Stahl im Körper zu einer Überidentifikation mit Maschinen führt und im Gehirn einige Schalter umlegt. Aber das macht nichts, dafür ist man ja ein Cyberpsycho.

 

Und was ist mit unseren arischen Zeitgenossen? Auch für sie wird gesorgt sein. Stimmverzerrer, Implantate die direkt auf dem Kehlkopf sitzen, vermögen die Stimme des Führers täuschend echt nachzuahmen. Damit kann man wirklich protzen und bombastisch krakeelende Reden schwingen. Und welcher Faschist freut sich nicht über ein irrisierendes, hakenkreuzförmiges Hautstück auf dem blanken Hintern seines Kameraden.

Wir versprechen, dass die Gruppe ein ganzes Stück näher zusammenrücken wird!

 

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